Bahrenhorster Kickerturnier: Das große Jubiläums-Interview


Das große Jubiläums-Interview mit Klaus und Norbert (Team „Labslaus“) und mit Jan (Turnierleitung) – geführt von Clara

Clara: Jan, das 25. Kickerturnier ist just vorüber, wie hat es Dir gefallen?

Jan: Obwohl wir nicht ganz so viele Mannschaften wie in den letzten Jahren waren, hat es mir außergewöhnlich gut gefallen!

Clara: Du hast das Turnier ins Leben gerufen. Wie kam es dazu?

Jan: Das stimmt so nicht, das erste Turnier haben 1991 Filip, Klaus und Thomas organisiert, Filip war damals Zivi in „Haus Bahrenhorst“ und privat ein leidenschaftlicher Kickerer, was auch für die beiden anderen gilt. So ist wohl auch die Idee entstanden… ich bin seit 1992 dabei! Um es gleich aufzuklären, es gab aus baulichen Gründen ein Jahr Turnierpause, die 25 stimmt also!

Clara: Klaus und Norbert, habt Ihr wirklich immer am Turnier teilgenommen?

Klaus: Ja, hab ich – nicht eins ausgelassen, war immer dabei – ein Jahr war mal Turnierpause!

Norbert: Seit dem ersten Kickerturnier bin ich dabei. Ohne Unterbrechung!

Clara: Ihr seid ja gemeinsam das legendäre Team „Labslaus“, habt ihr denn immer zusammengespielt?

Norbert: 21 Jahre habe ich mit Klaus gespielt, 2x mit meinem Neffen Ricado, dem jüngsten Spieler überhaupt (2013 9-12.Platz, 2014 5-6.Platz) und 2x mit Hans-Peter (2015 5-6.Platz, 2016 9-12.Platz). 2017, zum Jubiläum, sind wir dann wieder als Team Labslaus aufgelaufen und 4. geworden!

Klaus: Genau: Ich hab auch mal mit Nicki gespielt und Norbert dann mit seinem kleinen Neffen, dafür haben wir uns gerne aufgeteilt …

Clara: 25 Jahre! Das ist eine lange Zeit. Was hat sich seit den Anfängen verändert?

Klaus: Viel: Im Laufe der Jahre hat sich alles verändert, praktisch! Nach und nach sind immer mehr dazu gekommen… Am Anfang hatten wir höchstens zwei Tische, jetzt hatten wir 6! Am Anfang waren es auch nur ungefähr 10 Teams!

Norbert: 25 Jahre. Da fallen einen schon noch manche Sachen ein. Zu den Anfängen waren wir so zwischen 12 und 16 Mannschaften. Also noch recht gemütlich. Auch die Preise, die man gewinnen konnte, waren sehr einfallsreich. Unter anderem Musikkassetten, für jeden was dabei. Oder auch diese viel zu kleinen T-Shirts ;-)! Aber es gab auch ab dem ersten Turnier Urkunden. Natürlich ist es über die Jahre um einiges größer und schöner geworden.

Jan: Stimmt, jetzt wo Du es sagst, wir sind die ersten Jahre in der Umgebung Klinken putzen gegangen und haben in den Geschäften nach Preisen gefragt! Der örtliche Weinladen hat viele Jahre eine Magnumflasche Sekt gestiftet. Vielleicht ist das mal ne Idee, die wir irgendwann mal wieder aufgreifen…

Norbert: Dieses Jahr hattet Ihr euch ja ein neues Spielrundensystem ausgedacht bzw. eingeführt. Ich meinte irgendwas vom Schweizer System gelesen zu haben. Das war sehr ungewohnt, aber sehr spannend. Insofern, da man nicht nach 2x Verlieren schon ausgeschieden war. Man sollte dabeibleiben. So haben auch die Mannschaften, die eben nicht so stark sind, eine größere Chance weiter nach vorne zu kommen. Das war eine sehr gute Idee von Euch.

Klaus: Ja, wir haben nur 1 Satz auf 10 gespielt, anstatt 2 Sätze auf 6, dafür hatten wir aber mehr Spiele, das fand ich gut! Das Gute ist, dann braucht man nicht immer so lange zu warten!

Jan: In der Tat gab es zum Jubiläum eine zentrale Veränderung, wie angesprochen haben wir ein neues System eingeführt, damit die einzelnen Mannschaften, vor allem die schwächeren, mehr Spiele haben. Die Idee besteht schon seit Jahren, aber erst jetzt haben wir das richtige Computerprogramm gefunden und dachten zudem, dass das 25. Turnier ein guter Anlass für Veränderungen ist!

Clara: Haben sich die Spieler/Mannschaften verändert?

Klaus: Ja, die kämpfen eben mehr…

Clara: Und was noch?

Klaus: Die freuen sich eigentlich immer, ist egal was sie erreicht haben… Spaß bringt das auch immer, viele nehmen das nicht so ernst – früher waren die Teams schwächer, heute besser!

Norbert: Sicher haben sich die Mannschaften geändert. Es ist eine gute Mischung geworden. Manchmal gibt es aber auch Pflaumen, so mit viel Tamtam während des Spiels. Das gehört da nicht hin. Aber es kommen auch immer mehr junge Teams, die richtig gut spielen können ohne viel Theater. Und nicht nur die alten Säcke, die es trotzdem versuchen was zu reißen.

Clara: Wie sieht es mit Eurer Erfolgsbilanz aus?

Norbert: Bei mir im Schrank stehen im Ganzen 10 Pokale. Also 9 erspielte und 1 Treuepokal, über den ich mich ganz besonders gefreut habe. Der steht ganz vorne. Hat sich ja doch gelohnt so lange dabei zu sein.

Klaus: Ja, bei mir stehen auch 10, davon 4 erste Plätze… Wir haben immer nur den zweiten oder ersten Platz gemacht, nie den dritten in 25 Jahren, andere Plätze natürlich auch noch, vom 4. bis 9. ist alles dabei…

Jan: So erfolgreich war ich leider nicht, hab aber auch nur 3x mitgespielt, danach musste man als Turnierleiter zu sehr aufpassen!

Clara: Klaus, Du baust auch jedes Jahr mit auf…

Klaus: Ja (seufzt), ist immer sehr anstrengend, man wird ja auch nicht jünger… Kicker schleppen, Schmücken, Trikots hinhängen, Lampen abbauen, das große, weiße Zelt aufbauen, am Abend wieder abbauen, etc… macht mir aber viel Spaß!

Clara: Kickert Ihr denn manchmal auch woanders?

Klaus: Manchmal im Büro beim Kneipensport oder in der Wohngruppe (AWG 3+3), wo ich noch regelmäßig Kontakt halte.

Norbert: Ich habe 2x mit Hans-Peter bei Turnieren im Rickhof in Harburg gespielt. Dabei einmal sogar den ersten Platz geholt. Und 1992 beim Kickerturnier in der Alsterdorfer Werkstatt mitgemacht und den 2 Platz gemacht. Leider war es das einzige Turnier was da bisher stattgefunden hat.

Jan: Ich kicker noch hier und da in der Kneipe, teilweise auch noch mit den oben genannten Turniergründern. Wenn es passt spiele ich auch gerne beim jährlichen Benefizturnier für Hinz&Kunzt mit, daher stammt auch die Idee das Schweizer System auszuprobieren!

Clara: Seid ihr auch Fußballfans, für welchen Verein schlägt Euer Herz?

Klaus und Jan: Für den FC St. Pauli!!!

Clara: Jan, beim Turnier übernimmst du den Job der Turnierleitung. Was sind da ist deine Aufgaben?

Jan: Im Kern geht es um die Koordinierung der verschiedenen Spiele an den unterschiedlichen Tischen und somit um einen möglichst fairen, reibungslosen Ablauf des Turniers. Unser Teilnehmerrekord waren 34 Mannschaften und wir mussten alles händisch im Doppel-KO-System auf die Reihe kriegen, da kann man schon mal ins Schwitzen kommen.
Ansonsten kümmere ich mich noch darum, dass Einzelspieler einen Partner bekommen und beantworte Fragen jeglicher Art und vieles mehr. Das Turnier besteht aber nicht nur aus der Turnierleitung: an Deko, Vorbereitung, Ablauf, Küche, Transporte, etc. sind das gesamte Team von Haus Bahrenhorst, die Bewohner und Klaus beteiligt. Zudem sind wir den Häusern der Jugend Horn und Langenhorn sehr dankbar, die uns Jahr für Jahr jeweils zwei Kicker leihen.

Clara: Habt Ihr Wünsche oder Visionen für die Zukunft des Turniers?

Jan: Früher wollte ich immer mal die Alsterdorfer Sporthalle mit der gesamten Szene vollkriegen, heute freue ich mich über das traditionelle Bahrenhorster Kickerturnier, das sich sicher an der einen oder anderen Stelle noch weiter entwickeln wird.

Klaus: Im Moment keine… ich find das so gut wie es ist, zu viele Mannschaften wird auch schwierig – dann hat man auch so viele Pausen!

Norbert: Wünschen kann man diesem Kickerturnier eigentlich nur, dass mindestens noch weitere 25 Jahre der Ball im Spielfeld rollt. Ansonsten würde ich mir ein etwas erweitertes Essensangebot und teilweise andere Musik wünschen…

Jan: Da haben wir doch schon etwas, woran wir ab dem nächsten Jahr arbeiten können! Und ich wünsch mir für das kommende Jahr wieder ein paar mehr Mannschaften!

Clara: Vielen Dank für das Gespräch. Wir sehen uns beim Turnier!

2._labslaus

13._siegertreppe